Meine Hundegeschichte

Mein Name ist Julia Maus und ich bin irgendwann in den 70ern (im Zweifel natürlich 1979, am 31.12., ich spreche nicht mehr gerne darüber) geboren. Meine Eltern haben dafür gesorgt, dass ich schon als Windelzwerg den Hunden verfallen bin.
Ich war im zarten Alter von 2 Jahren, als meine Eltern gezwungen waren eine optisch nicht sehr schöne Dogge aus dem Tierheim zu adoptieren, da ich ein Mordsgeschrei veranstaltete um diesen Hund mitnehmen zu können. Wenigstens ernteten meine Eltern entsprechendes Mitleid der Tierheimmitarbeiter. Die ausgesetzte und ausgemusterte Zuchthündin Olga war mein Kindermädchen und hatte ein tolles Wesen. Sie war aufgrund ihres Alters leider nicht mehr sehr lange bei uns, verstarb aber in dem für eine Deutsche Dogge biblischen Alter von 14 Jahren. Ihr folgte eine weitere Dogge direkt vom Züchter, die, damals leider nicht unüblich, im Alter von 6 Wochen mit der Bahn zu uns geschickt wurde. Auch Dinah war ein toller Hund, die aber schon mit 8 Jahren wegen einer Knochenkrebserkrankung erlöst werden musste. Mit ihr sammelte ich im zarten Alter von 6 Jahren meine ersten Erfahrungen auf dem Hundeplatz und wir beide hatten viel Spaß bei der Unterordnung. Meine erste große Hundeliebe galt also den Doggen. Leider hat sich diese wunderbare Rasse in meinen Augen in den letzten Jahrzehnten nicht gerade positiv entwickelt.


Mit 15 Jahren entwickelte sich meine intuitive Art mit Hunden umzugehen zum Selbstläufer in Sachen Ausbildung. Ich bildete damals sehr viele Hunde zu wohlerzogenen Familienhunden aus und war auch ein paar Jahre im Tierschutz aktiv. Die ganzen Pflegestellenhunde konnte ich erfolgreich auf einen Umzug zu Hundefreunden vorbereiten und so entwickelte sich meine Tätigkeit als Hundetrainerin. Damals gab es den Begriff Hundetrainer und Therapeut noch nicht wirklich, man war es einfach.
Mir war klar, dass ich mit Hunden arbeiten wollte anstatt im Büro zu sitzen, meine Pferde haben sicher auch dazu beigetragen, dass ich gerne mit Tieren zusammenarbeite und draussen in der Natur bin.

Ich begann also noch intensiver das Verhalten von Hunden zu studieren und mir alles rund um den Hund anzueignen. Die Genetik packte mich und so lag es auf der Hand, dass mir das Züchten in den Sinn kam. Doggen fielen leider weg, da die Langlebigkeit nicht mehr gegeben war und ich mich nicht alle 5 Jahre von einem Familienmitglied verabschieden wollte.


Da ich einige American Staffordshire Terrier ausgebildet und resozialisiert hatte, schlich sich dieser kleine robuste Allrounder in mein Herz und hielt auch bald daraufhin bei mir Einzug. Ich baute meine Zuchtbasis nach sehr strengen Kriterien auf und so kam es, dass ich leider nur 2 Würfe (im DCBT/ VDH 1999 und 2000) ziehen konnte, ehe in dem Bundesland, in dem ich damals wohnte, das Zuchtverbot für diverse Rassen ausgesprochen wurde. Mein Anspruch war zu zeigen, dass ein richtig gezogener und sozialisierter American Staffordshire Terrier einer Ausnahmerasse angehört, die in der Lage ist alle an sie gestellten Anforderungen mit Bravour zu erfüllen. Dies ist mir gelungen und meine Babies gingen primär als Familienhunde in gute Hände.
Meine letzte Hündin Momo verstarb leider im November 2003 krankheitsbedingt - die Lücke die sie hinterlassen hat wird sich nie schließen. 


Auf der Suche nach einem Hund der dem Stafford in seiner Arbeitsbereitschaft und Anhänglichkeit gleicht, kam ich auf den Malinois. Ich suchte lange nach einem Welpen von einem geeignetem Züchter und fand durch Zufall auf Umwegen eine 8 Monate alte Hündin (Emily vom Haus Kugel), die abgegeben werden sollte weil man zu wenig Zeit für sie hatte. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die Hündin dem Besitzer für den Hundesport zu weich war. Für uns beide war es ein Glücksfall und Sky ist zwar sehr sensibel, aber nicht zu weich gewesen. Auch ein Hund -und gerade der Malinois- sollte die Zeit bekommen, zu reifen. Sky begleitete mich immer und überall und hat sich in kurzer Zeit zu einem Vorzeigehund entwickelt. Wegen einigen privaten Turbulenzen konnte ich Sky nicht bei mir behalten, hatte jedoch das Glück diese fantastische Hündin in die USA verkaufen zu können, wo sie nun geliebt und gefördert wird, eine klasse Karriere hingelegt hat und Mama geworden ist - mittlerweile zu Hause als Diva weilt.

Auf jeden Fall hat Sky mich mit dem Mali-Virus infiziert.

Leider nur sehr kurze Zeit habe ich mit Tronja von Löwenfels nach ihrem Job als Diensthund bei der LaPo Hessen noch eine schöne (und für mich nebenbei auch sehr anstrengende ;)) Zeit verbringen können. RIP Tronni...

 

Es war lange mein Traum wieder zu züchten und ich habe mit Sorgfalt daraufhin gearbeitet. 

Der Durchschnitt oder die reine Erhaltung des Status quo sollte nicht der Beweggrund sein, Welpen zu produzieren. Aus demselben Grund distanziere ich mich deutlich von den Hinterhof-Vermehrern.

Neben geistiger Reife des Züchters, Menschenkenntnis, der Zeit, dem Geld, den räumlichen Möglichkeiten, genetischem Wissen, den passenden gesunden Zuchthunden, steht für mich in allererster Linie das Wissen über den Hund an sich im Vordergrund, um die Hunde so prägen zu können, dass sie die Möglichkeit haben sich zu guten Familienhunden zu entwickeln. Denn egal ob ich eine Gebrauchshunderasse oder einen Begleithund züchte - die meiste Zeit verbringt der Hund hoffentlich in seiner Familie und in den Alltag integriert.

Im Oktober 2007 habe ich nach fast 20jährigem leiden unter einer schweren Arthrose meines rechten Hüftgelenks eine Hüft-Endoprothese bekommen. Leider ging bei der OP nicht alles glatt und ich bekam ein Modell eingesetzt, dass leider dauerhaft nicht funktional ist und mein Gesundheitszustand ist schlechter als vorher. Aus diesem Grund bin ich leider in meinem damaligen Job nicht mehr voll belastbar gewesen (gedankt sei dem deutschen Rechtssystem an dieser Stelle - man möge sich nie darauf verlassen müssen!). Seit 2016 bin ich für Working Dog im Home Office (also doch im Büro gelandet) tätig und finde, besser könnte es für mich nicht laufen; Arbeit und Hobby verbinden zu können ist ein großer Luxus. Meine Hunde und auch die Welpen geniessen also einen 24Stunden-Service.

2016 haben wir begonnen ein paar kleine schwarze Belgier, also Schipperke, zu züchten, da mich diese Rasse vom Fleck weg so begeistert hat, dass ich finde, es sollten mehr Leute Spaß daran haben können. Zudem passt es perfekt mit dem Mali in Sachen Temperament.

Die Malinoiszucht haben wir eingestellt, da wir mit der Entwicklung im gesamten -nicht unseren Hunden- zu unzufrieden waren.

 

2011 habe ich eine Ausbildung zur Hundepyhsiotherapeutin absolviert, da mich einfach die Physis der Hunde und die Zusammenhänge zwischen Anatomie und Gebrauchsfähigkeit im Sport sowie die medizinischen Auswirkungen interessiert haben. Die Ausbildung war in der Praxis sicher zu schlecht um tätig zu werden, aber in der Theorie sehr umfassend und interessant.

 

Von September 2012 war ich - nach absolvierter Anwartschaft und Prüfung - Zuchtwartin im BSD e.V. und konnte hier viele Einblicke in fremde Zuchtstätten gewinnen. Diese Tätigkeit machte mir sehr viel Freude, ich habe sie aber im Oktober 2016, mit dem Ende meiner Malinoiszucht, niedergelegt.

Weiter bin ich Mitglied im DMC, SV und züchterisch mit meinen Schipperke im VK.

 

Wie unschwer zu erkennen ist, dreht sich bei mir so gut wie alles um den Hund. Nette Menschen sind mir trotzdem gern willkommen und für ein Gespräch über Hunde habe ich immer Zeit. ;)