Meine Philosophie- ehrlich währt am längsten

Mein Zuchtziel ist ein gesunder Malinois, der im Sport zu Hause ist und im Alltag Spaß macht. Dazu sollte er noch schick anzusehen sein.

 

Phänotyp und Gesundheit

Ich meine, dass Leistung Schönheit nicht ausschliessen muss und das Auge isst bekanntlich mit. Das heisst nicht, dass ich nach Farbe züchten werde, denn ein schöner Hund muss nicht möglichst dunkel sein und viel Charbonnage haben; auf eine ausgeprägte Maske und ein recht dunkles Auge lege ich allerdings großen Wert.

Ein Mali muss einfach ein Gebäude haben, welches einen in der Bewegung begeistert. Wichtig sind für mich neben den richtigen Proportionen – hier vor allem die Rückenlänge - die Winkelungen, eine gute Muskulatur und Festigkeit. Wenn diese Dinge gegeben sind, ist der Malinois auch körperlich in der Lage Leistung zu erbringen.

Ein Hund der im Sport gearbeitet wird – und ich meine in erster Linie die Arbeiten im Schutzbereich, egal ob nun IPO, (Mondio)Ring, KNPV (Dienst), etc. - sollte meiner Meinung nach auch nicht zu klein sein. Ein gesunder Hund an der oberen Standardgrenze kann auch im Sport gesund bleiben – ausserdem sollte man auch mal an den Rücken der Helfer denken, ständiges Bücken ist einfach ungesund ;-).

Nicht umsonst, steht die Idealgröße im Standard geschrieben und diese sollte man auch zu erreichen versuchen, die Toleranzangabe ist auch nur als solche zu verstehen. Ich weiß von vielen Diensthundeführern, dass die kleinen Malis oft belächelt werden. Von der Leistung her sicher eine Fehleinschätzung, dennoch wirkt ein Rüde mit 58cm und 24kg nicht unbedingt deeskalierend.

Ein Mali ist kein Hund, der fürAgility gezüchtet werden sollte. Wenn einige Hunde in den Agility-Sport gehen, habe ich nichts dagegen, aber ich werde keine kleinen Hunde züchten um das dort oft gewünschte zu bedienen. Wer einen kleinen Hund sucht, möge sich einfach eine Rasse aussuchen, deren Standard das hergibt.

Weiter werde ich darauf achten, meinen Malis das Stehohr zu erhalten und hier nicht größer und weicher zu werden. Auf Grund langer Erfahrung meine ich, dass man ab der sechsten Woche bei 80% der Welpen erkennen kann, ob die Ohren ohne Unterstützung stehen werden – ein in meinen Augen erstrebenswerter Zustand, da auch das Stehohr viel vom Ausdruck ausmacht.

Da das Gebiss im Sport schon recht stark belastet wird, ist mir auch das sehr wichtig. Lola verfügt beispielsweise über eine Zahngröße, die ich als perfekt empfinde. Gleiches versuche ich so weit als möglich auch im Umfeld der von mir in Erwägung gezogenen Rüden zu überprüfen.

Lola mit viereinhalb Jahren war bisher nur zum Impfen und zum Röntgen beim Tierarzt. In der ganzen Zeit hatte sie noch keine Probleme mit Lahmheiten.

Und wer mich kennt, weiß, dass ich auch meine Junghunde nicht in Watte packe. Ich bin zwar nicht begeistert, wenn ein Junghund springt wie verrückt, lasse aber der Natur ihren Lauf - das bedeutet natürlich nicht, dass ich es fördere, wenn ein Junghund springt oder Kamikaze spielt, sondern nur, dass ich ihn im normalen Rahmen in seiner Bewegungslust nicht unbedingt einschränke, sofern es sich nicht um Gaga-Kandidaten handelt.

Ich lasse meine Hunde im Training erst springen, wenn sie geröngt sind und ich weiß, dass sie gesund sind. Auch dann übertreiben wir es nicht, sondern lassen den Hund sich körperlich nahezu fertig entwickeln, was ungefähr mit zwei Jahren annähernd der Fall ist. Und selbst dann gehen meine Hunde nicht jedes Training die Hürden, sondern nur dann, wenn ich meine das gelernte abfragen zu müssen damit es nicht in Vergessenheit gerät. Wenn ein Hund springen kann, ist es nicht notwendig ihn in jedem Training 5mal über die Sprünge zu jagen. Man muss sich eben überlegen, ob man den Hund mit aller Gewalt frühzeitig verschleissen will. Wie bei allem ist die Dosis entscheidend.

Wenn man sich logische Gedanken dazumacht und ab und an mal den Vergleich zum Menschen zieht, sollte es jedem möglich sein, ein gesundes Maß an Bewegung beim Junghund zuzulassen.

Sicher kann ich es nicht vermeiden, wenn ein junger Hund mal Treppen läuft, über Baumstämme springt, auf die Couch usw.. Fördern tue ich das jedoch nicht und wenn es zum Dauerzustand wird, schiebe ich auch den Riegel vor.

Was meiner (und nicht nur meiner) Meinung nach im Wachstum unbedingt vermieden werden sollte, sind Start-Stop-Aktionen wie beim oft exzessiven Ballwerfen.

Wenn ein Hund degenerative Erscheinungen am Bewegungsapparat zeigt, liegt das sicher nicht immer nur an der Bewegungsintensität/ Fütterung während der Aufzucht, sondern oft auch an der genetischen Disposition. Wert lege ich allerdings auf eine sehr gute Ernährung.

Ein Thema, welches erschreckenderweise auch immer mehr Raum einnimmt, sind Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten mit schlechtem Verdauungssystem und zahlreichen Durchfällen.

Auch hier kann ich für Lola sagen, dass sie frei von Allergien ist und auch bei ungewohnten Leckerlis nicht gleich Durchfall bekommt. Jeder weiß wohl, wie schwächend ein Durchfall sein kann – also auch etwas, was sich in der Leistungsfähigkeit widerspiegelt.

Ich lege jedoch großen Wert darauf, den Welpen mit einer Marke großzuziehen und erst später zu wechseln - wenn man dies dann unbedingt möchte - ständige Futterexperimente im TroFu-Bereich halte ich für unnütz (zumal es soviele "gute" Trockenfutter gar nicht gibt). Deshalb gibt es bei Abgabe auch 15kg des gewohnten Futters mit wenn der Hund nicht gebarft werden soll.

Nachdem ich mich schon sehr lange mit der Ernährung beschäftige, füttere ich kein spezielles Welpenfutter mehr sobald die Hunde fünf/sechs Wochen alt sind, sondern gehe dann schon auf adult und biete auch ca. dreimal pro Woche Frischfleisch an (meinen Würfen bis zur Abgabe ca. 50/50)

Alternativ kann ich natürlich nur empfehlen, den Hunden vollständig BARF anzubieten. Es klingt furchtbar kompliziert, ist es aber gar nicht. Die Hunde fahren völlig drauf ab und man merkt nach kurzer Zeit schon diverse positive Veränderungen. Dann noch statt gewolft am Stück und auch für die mentale Zufriedenheit des Hundes ist ein Stück weiter gesorgt.

 

Nun habe ich einiges zur Optik und zur Gesundheit geschrieben und hoffe, dass man sich ein ungefähres Bild von meiner Philosophie in den beiden Bereichen machen kann.