Gen-Panel-Testing via EMBARK

Der Schipperke Club of America hat mit dem Institut EMBARK eine Forschungskooperation für den Schipperke initialisiert. Als erste (und bisher einzige, Stand 03/2018) deutsche Züchter haben wir daran teilgenommen.

Erst haben wir Button und Gemma testen lassen und die Ergebnisse vorliegen.

Unser kleiner Amerikaner hat seine Probe auch schon bei EMBARK hinterlegt und wir warten gespannt auf die Ergebnisse. Auch für Twix und Onnie sind die Tests auf dem Weg und drei unserer Welpenkäufer haben sich uns angeschlossen und lassen ihre Hunde gleichfalls gerade testen.

 

Das Panel-Testing ist ein Forschungsprojekt für viele Rassen. EMBARK stellt das nicht nur für den Schipperke, sondern alle Hunde zur Verfügung, also vom Affenpinscher bis zum Zwergschnauzer und auch für Mischlinge.

Alle Hunde werden gleich getestet. Also auch ein Beagle wird auf Rhodesian Ridgeback-Krankheiten, ein Deutscher Schäferhund auf Irish Terrier-Krankheiten getestet. Insgesamt sind es derzeit 165 beim Hund bekannte Krankheiten, für die EMBARK die Gensequenzen vorliegen und auf die getestet wird. Das Panel wird jedoch kontinuierlich erweitert und die Hunde dann jeweils nachgetestet.

 

Es kann also vorkommen, dass es einen positiven Befund auf dem Papier gibt (Träger oder sogar Betroffen), obwohl der Hund die Krankheit gar nicht hat oder weitergeben kann. Es heisst dann lediglich, dass ein Gen genauso aussieht, wie das der Tiere der anderen Rasse, die eine bestimmte Krankheit zeigen.

 

So sieht man zum Beispiel auf dem Foto unten sehr gut, dass ein und dieselbe Krankheit bei zwei Rassen eine unterschiedliche Mutation zeigt, hier einmal für die Terrier, einmal für den Rhodesian Ridgeback.

Ebenso ist es möglich, dass ein Gen die gleiche Mutation zeigt, ein Hund einer anderen Rasse damit aber niemals erkrankt, weil dieses Gen bei dieser Rasse dafür gar nicht zuständig ist.

 

Die einzig validierten Tests für den Schipperke von den 165 Krankheiten sind nur zwei, nämlich die PRA und die PRCD, zwei Augenerkrankungen. Diese beiden findet man unter folgendem Link wenn man etwas runterscrollt zur Disease-List und nach dem Schipperke guckt. Für beide sind Button und Gemma weder Träger noch betroffen, sondern frei. http://try.embarkvet.com/breeders/

Alle anderen Ergebnisse sind nicht aussagekräftig, sondern lediglich forschungsrelevant.

Diese dienen jedoch auch dazu, bei anderen Rassen eventuell weitere Genmutationen festzustellen, oder polygene Ursprünge zu erkennen oder auszuschliessen.

 

Für die restlichen 163 untersuchten Gene bei Button und Gemma haben wir für 162 keine Übereinstimmungen gemeldet bekommen, ein Gen sah in einer Sequenz genauso aus wie bei Hunden der Rassen Riesenschnauzer, Deerhound, Beagle, Airedale Terrier und Alaskan Klee Kai mit einer Form einer milden Gerinnungsstörung, aber auch hiervon wären sie nicht betroffen, wenn es diese Krankheit beim Schipperke geben würde.

Es ist jedoch weltweit kein Fall einer Gerinnungsstörung beim Schipperke in Forschungsarbeiten und Untersuchungen erwähnt, sodass man derzeit davon ausgehen muss, dass diese Gensequenz die Veränderung nicht bei allen Rassen gleichermassen auslöst. Auch bluten unsere Hunde genauso kurz wie unsere anderen und vor allem kürzer als ich, obwohl ich eine normale Blutgerinnung habe.

 

Wir haben uns aus Interesse natürlich mit Biologen, Ärzten und The Institute of Canine Biology in Verbindung gesetzt und hier genauer recherchiert und sind beruhigt worden. Auch eine Verpaarung untereinander ist nach derzeitigem Wissensstand der Forschung laut Embark unproblematisch, weil die Gensequenz zwar gleich aussieht, aber die Erkrankung beim Schipperke nicht bekannt ist.

 

Zusätzlich auch für die englisch lesenden dieser Link zu MyDogDNA, die ebenfalls ein Panel-Testing anbieten und hier gelistet haben, was getestet wird, in der Rasse aber nicht bekannt ist, wie man in der Einleitung lesen kann. Auch hier ist die Faktor IX enthalten und für den Schipperke nicht bekannt. https://www.mydogdna.com/crm/index.html#en/breeds/519248a83cd390a05200002d/schipperke/disorders

 

Weiter haben wir neben vielen weiteren Dingen über EMBARK folgendes über unsere Hunde erfahren:

Farben

Haarstrukturen und -längen

Größen

Wolfskrallen

Bobtails

noch vorhandener Anteile wölfischer Gene

genetisches Alter

genetischer Inzuchtkoeffizient

maternale und paternale Haploytpen

 

Es war nicht ganz günstig für fünf Hunde, aber auf jeden Fall hochinteressant und ein wichtiger Beitrag zur Genforschung bei Hunden. Wer Spaß an Genetik hat und einen Hund sein eigen nennt, dem sei Panel-Testing wärmstens ans Herz gelegt.