Da ich schon seit 1999 züchte, bin ich in Sachen Aufzucht nicht unbewandert und habe konkrete Vorstellungen, mit denen ich beste Erfahrungen gesammelt habe und die ich umsetze.

Die Welpen werden im Haus geboren werden und erst wenn es das Alter (und die Witterung) zulässt nach draussen ziehen, nachts aber weiterhin drinnen schlafen. Natürlich werden die Welpen nicht in einer Umgebung ohne Anreize aufwachsen, sondern einen optischen, akustischen und taktilen Abenteuerspielplatz bevölkern, der ihnen die Möglichkeit bietet, ihr Vertrauen, ihren Mut, ihre Motorik und ihre Lebensfreude groß werden zu lassen. Das sollte mittlerweile Standard sein und ich erwähne es nur der Vollständigkeit halber. Zu den profanen Dingen, die sie kennenlernen gehört der Staubsauger genauso wie die WC-Spülung. Ab der sechsten Woche werden sie mit der Mutterhündin und menschlicher Begleitung auch das eigene Grundstück verlassen und viele Erfahrungen unterschiedlichster Art "in der großen weiten Welt" sammeln, sowie lernen, dass man sich auch ganz komfortabel auf Rädern fortbewegen (lassen) kann. Das viele Menschen ein- und ausgehen werden (ich hoffe aller Altersklassen) und die kleinen Monster auch geknuddelt werden was das Zeug hält, lässt sich ja Gott sei Dank gar nicht vermeiden.

Die Welpen werden bei mir ab ca. der dritten Woche nach und nach auf hochwertiges Trockenfutter (natürlich noch eingeweicht) eingestellt und damit aufgezogen, lernen aber auch Frischfleisch kennen für den Fall, dass die zukünftigen Besitzer barfen möchten und sich dann keine Schwierigkeiten beim Umstellen ergeben weil der Welpe es nicht kennengelernt hat.

 

Was ich bewusst nicht mache und für erwähnenswert halte, ist die Welpen ab der vierten Woche ständig mit Beißübungen zu konfrontieren. Zum einen beissen uns die Welpen ohnehin schon genug bis zur Abgabe und den Beutetrieb haben sie oder sie haben ihn nicht. Abgesehen davon gefällt mir beim adulten Hund eine anders motivierte Arbeit deutlich besser; das ist aber ein sehr komplexes Thema was den Rahmen hier sprengen würde und auch nicht von jedem verstanden wird, weshalb es hier öffentlich nichts zu suchen hat.

Mit vier bis acht Wochen muss man hier keine übertriebene Förderung leisten (natürlich schaue ich mir das ebenfalls an und spielerisch dürfen auch meine Welpen beissen, nur diese Extremität lehne ich ab). Ausserdem bin ich der Meinung, dass nur angeborene Verhaltensweisen und Griffe langfristig stabil und damit von bleibender Qualität sind. Welpen auf Beute anzudrehen, um sie gut an den Mann bringen zu können, ist Augenwischerei.

Ich empfehle meinen Käufern das Beissen am Helfer generell erst dann anzufangen, wenn der Hund eine gewisse Reife mitbringt. Der Beginn mit um die 12 Monate ist meiner Meinung nach ausreichend, wenn der Hundeführer selbst mit seinem Hund qualitativ hochwertig spielen kann.

Ich kann also allen Interessenten, die im Bereich IPO arbeiten wollen, empfehlen, sich die Ausbildungswege vom Team Heuwinkel anzusehen, die zwar mit Helfertreiben und der Technik für den Schutzdienst recht bis sehr früh beginnen, aber berücksichtigen, dass der Mali erst reifen und im Selbstbewusstsein stark sein sollte, bevor er mit stärkeren Konfliktsituationen konfrontiert wird. Dies habe ich auch auf Kosten des Ausbildungserfolges erst lernen müssen. Genau wie mich gegen Besserwisser, die es schon immer so oder so gemacht haben, zu behaupten. Ein Weg, den ich den von mir gezüchteten Hunden gerne ersparen möchte, weshalb mir meine "Welpen" auch später immer herzlich willkommen sind um ein speziell malinoides Training im kleinen Kreis abzuhalten - ob nun in Abteilung A, B oder C.